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NA – 147 (Auer)

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Grabstätte der Familie von Auer.

Linke Spalte

Hier ruhen in Frieden:
Ludwig von Auer,
Licentiat beider Rechte,
Rechtskonsulent und Gutsbesitzer,
geb. 23. August 1779, gest. 28. April 1835.
Gabriele, seine Tochter,
geb. 23. Juli 1824, gest. 19. April 1842.
Marie von Auer dessen Wittwe
geb. 12. November 1790, gest. 20. November 1872.
Ida von Auer,
geb. 1. September 1828, gest. 22. Oktober 1883.
Wilhelmine von Auer,
geb. 24. Dezember 1825, gest. 23. Januar 1913.
Exzellenz Julius von Auer,
Staatsrat i. a. o. D.
kgl. Regierungspräsident a. D.
geb. 1. Juli 1832, gest. 23. November 1915.
Exzellenz kgl. Justizrat
Adolf von Auer,
lebensl. Reichsrat d. Krone Bayern,
geb. 22. März 1831, gest. 14. Februar 1916.

Rechte Spalte

Unvergeßlich geliebt und betrauert
ruht hier der einzige theuere Sohn u. Bruder
Hugo von Auer,
cand. juris,
geb. 19. Juli 1852, gest. 11. Okt. 1870.
Georg Adolf ¿
das geliebte Kind und Enkelchen
geb. 6. Aug. 1879, gest. 25. Sept. 1880.
Max von Auer,
Gutsbesitzer zu Aufhausen,
geb. 26. Oktober 1821, in München,
gest. 29. Januar 1881, in Aufhausen.
Ernestine von Auer,
geb. Breslau, dessen Witwe,
geb. 17. November 1827, in München,
gest. 4. Juni 1910, in München.

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Adolf von Auer

* 22.3.1831
† 14.2.1916
Reichsrat

Münchner Neueste Nachrichten (18.2.1916)

Die Beisetzung des Reichsrates v. Auer

Im südlichen Friedhof wurde heute ein Mann zur letzten Ruhe gebettet, den man mit Recht den getreuen Eckehard Bayerns in finanztechnischen und wirtschaftlichen Fragen genannt hat. Die Bedeutung Auers kam am deutlichsten zum Ausdruck in der erlesenen Trauerversammlung, die ihm das letzte Geleite gab.
Als Vertreter des Königs war Flügeladjutant Oberst Graf zu Castell gekommen, für den Prinzen Franz Major Frhr. v. Reichlin-Meldegg, Major Baron Soden für den Prinzen Karl. Unser Ministerium, dessen Zusammensetzung in der heutigen Form mit ein Werk Auers war, war vertreten durch Finanzminister v. Breunig, Verkehrsminister v. Seidlein, ferner waren zugegen der Präsident des früheren Ministeriums, Graf Podewils, der frühere Justizminister v. Miltner, der ehemalige Kultusminister v. Landmann, ein Verwandter Auers, und General Landmann, der Präsident der Abgeordnetenkammer Geheimrat v. Orterer, der zweite Vizepräsident Regierungsdirektor Aloys Frank, der Oberbürgermeister von München, Geheimrat Dr. v. Borscht, hohe Justizbeamte, Senatspräsident Staatsrat Dr. v. Unzner, der Präsident des Obersten Landgerichtes Ederer, Generalstaatsanwalt a. D. v. Höchtlen, Ministerialrat Möller, General Keller, zahlreiche bekannte Anwälte, unter ihnen die Justizräte Buhmann, Pailler, Putz, Maurmeier.
Als Leidtragende folgten zunächst der Stiefsohn Graf Montgelas und die Angehörigen der Familie Landmann dem mit Kränzen bedeckten Sarge, dem auf samtenem Kissen die Orden Auers vorangetragen wurden. Die verschiedenen Bankinstitute, deren Berater Auer gewesen war, waren durch ihre Leiter vertreten, der Aufsichtsrat der Hypotheken- und Wechselbank, die ihre Direktoren entsandt hatte, durch Geheimrat v. Brauser, ebenso die Notenbank, die Versicherungsbank und andere große Institute.
Der große Kondukt der Dompfarrei geleitete den Sarg zu der im westlichen Teil unter den Arkaden der Neuanlage des südlichen Friedhofs gelegenen Familiengruft, die mit zahlreichen Kränzen, darunter jenen des Königs und der Königin, der Prinzen Ruprecht und Ludwig Ferdinand, der Herzogin Karl Theodor, der Reichsratskammer, der Stadtgemeinde München geschmückt war. Auch die Anwaltskammer und der Anwaltsverein, der Zentralausschuß der Pensionsanstalt für die Witwen und Waisen der Advokaten und Rechtsanwälte des Königreichs Bayern, deren Vertreter bei der Leichenfeier waren, die verschiedenen Bankinstitute und deren Beamte, die Kontinentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen hatten Lorbeer und Blumen gesandt.
Dompfarrer Hartl würdigte die Verdienste Auers, der einer der bedeutendsten Persönlichkeiten unseres engeren Vaterlandes gewesen, ein eherner Charakter, ein ganzer Mann, von außergewöhnlicher Schärfe des Geistes, von ungeheurer Arbeitskraft und Geschäftsgewandtheit, ein Mann, auf den die Worte aus dem Buche der Weisheit zutreffen: »Ob der Weisheit werde ich Ruhm haben bei der Menge, Ehre bei den Alten. Wenn ich schweige, werden sie auf mich warten, wenn ich rede, werden sie auf mich achten.« Der geistliche Redner führte aus, daß Auer seinen Vater früh verloren, daß er im Leben von größter Einfachheit und Anspruchslosigkeit war, erfüllt von tiefer Religiosität, ein Jurist von autoritativem Urteil, ein erfolgreicher Politiker, ein gesuchter Berater nicht nur in den Kreisen seines Standes, sondern auch bei vielen kommerziellen und industriellen Unternehmen, kurzum ein vorbildlicher Mann, dessen Andenken gesegnet bleibt.
Auer, dem vor wenigen Wochen seine Gemahlin im Tode voranging, wurde als Letzter seines Stammes in der Familiengruft beigesetzt, die im November des vorigen Jahres seinen Bruder, den Staatsrat Julius von Auer aufgenommen hat.

Münchner Neueste Nachrichten No. 87. Freitag, den 18. Februar 1916.

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Julius von Auer

* 1.7.1832 (München)
† 23.11.1915 (München)
Staatsrat und Regierungspräsident a. D.

Das Bayerland (1892)

Julius v. Auer,
Regierungspräsident der Pfalz.

Wir haben in letzter Nummer Lebensgeschichte und Bild Sr. Excellenz des Staatsrats Paul v. Braun, des vor kurzem verstorbenen Regierungspräsidenten der Pfalz gegeben. Wir glauben, unsere Leser freudig zu überraschen, indem wir das Bild seines Amtsnachfolgers anreihen. Die hohe Würde wurde durch die Gnade Sr. Königl. Hoheit des Prinzregenten dem Königl. Ministerialräte Julius v. Auer übertragen. Derselbe wurde geboren zu München am 1. Juli 1832. Nach Besuch des Gymnasiums bezog er die Universität München, wo er sich dem Studium der Rechtswissenschaft widmete. Seine Laufbahn im Staatsdienste begann 1863 mit der Ernennung zum Bezirksamtsassessor in Kelheim; nach zwei Jahren wurde er in gleicher Eigenschaft an das Königl. Bezirksamt München r. I. berufen. Im Jahre 1869 wurde er zum exponirten Bezirksamtsassessor und Badekommissär in Reichenhall und nach fünf Jahren zum Regierungsassessor bei der Königl. Kreisregierung der Oberpfalz ernannt. Im Jahre 1874 in gleicher Eigenschaft zur Königl. Kreisregieruug von Oberbayern versetzt, wurde v. Auer zum Bezirksamtmann von Lindau befördert, und 1879 erfolgte seine Beförderung zum Regierungsrat bei der Regierung von Schwaben. Als solcher wurde er 1880 in das Kultusministerium einberufen, 1881 zum Oberregierungsrat und 1888 zum Ministerialrat befördert. In dieser Stellung hatte er das umfangreiche Referat über das deutsche Volksschulwesen inne und wußte mit großem Geschick seines schwierigen und verantwortungsvollen Amtes zu walten. Für seine Verdienste wurde Herr v. Auer durch Verleihung des Ritterkreuzes I. Klasse des Michaelsordens ausgezeichnet, und zu Neujahr l. J. wurde ihm der Kronorden verliehen, Außerdem besitzt er den preußischen Kronorden IV. Klasse mit rotem Kreuz.

Das Bayerland No. 27. Illustrirte Wochenschrift für Bayerische Geschichte und Landeskunde.3. Jahrgang 1892.

Rosenheimer Anzeiger (22.6.1902)

Zum 70. Geburtsfeste des Regierungspräsidenten von Oberbayern.

Rosenheim, 20. Juni.
Von gutinformirter Seite wird mitgetheilt, daß mit Eintritt des 70. Geburtsfestes des Regierungspräsidenten Excellenz Julius von Auer derselbe leider um Quieszierung an allerhöchster Stelle nachgesucht habe und a!s dessen Nachfolger wird Ludwig von Meixner, Regierungspräsident von Niederbayern, genannt.
Als Präsident der kgl. Regierung von Oberbayern hat Seine Excellenz Julius von Auer sich nicht nur als ein wahrer, treubesorgter Vater von ganz Oberbayern erwiesen, sondern sich auch die höchste Achtung und Verehrung der Einwohnerschaft des ganzen Kreises erworben. Dieser hohe Würdenträger des Staates hat allezeit ein offenes Auge für die mannigfachen Bedürfnisse der sozialen Schichten des Volkes behalten und, was diesen Edelmann in unseren Auge am höchsten adelt, dem Volke ein warmes Herz bewahrt. Und erwägt man, daß der Kreis Oberbayern für sich allein so groß wie das Königreich Württemberg ist und gleichwohl Seine Excellenz der kgl. Regierungspräsident von Auer bei allen Regierungsgeschäften noch eine erstaunliche Aufmerksamkeit und rege Sorgfalt für die innerstädtischen Angelegenheiten der Landeshauptstadt München wie der unmittelbaren Städte zu erübrigen gewußt hat, so muß man gerade vom Standpunkte der Bürgerschaft wie der Bewohnerschaft Oberbayerns aus, diesem wahren Vater eine tiefgehende Verehrung zollen, welcher sich besonders anläßlich der Hochwasser-Katastrophe 1899 unvergeßliche Verdienste erworben hatte.

Rosenheimer Anzeiger No. 140. Sonntag, den 22. Juni 1902.



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