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11 – 1 – 47 (Ungerer)

Ω

UNGERER’SCHE
FAMILIEN-GRABSTAETTE

HIER RUHEN IN GOTT
FRAU ANNA UNGERER GEB. PAUL
MASCHINENFABRIKANTENSGATTIN
GESTORBEN AM 17. SEPTEMBER 1871 IM 52. LEBENSJAHRE.
HERR AUGUST UNGERER
MASCHINENFABRIKANT
GESTORBEN AM 1. MAI 1877 IM 26. LEBENSJAHRE.
HERR EUGEN UNGERER
DAMPFSÄGEBESITZER
GESTORBEN AM 4. AUGUST 1893 IM 33. LEBENSJAHRE.
HERR FRITZ UNGERER
MASCHINENFABRIKANT
GESTORBEN AM 7. DEZEMBER 1884 IM 39. LEBENJAHRE.
HERR FRIEDRICH UNGERER
FABRIKBESITZER
GESTORBEN AM 3. JANUAR 1885 IM 68. LEBENSJAHRE.
HERR ALFONS UNGERER
KITTFABRIKANT
GESTORBEN AM 3. MAI 1900 IM 44. LEBENSJAHRE.
HERR ANTON UNGERER
GESTORBEN AM 16. JULI 189¿ IM 48. LEBENSJAHRE.
HERR KARL UNGERER
GESTORBEN AM 7. JULI 1905 IM 62. LEBENSJAHRE
HERR JOSEF UNGERER
MASCHINENFABRIKANT
GESTORBEN AM 26. APRIL 1927 IM 65. LEBENSJAHRE.

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Josef Ungerer

† 26.4.1927 (München), 64 Jahre alt
Maschinenfabrikant

Münchner Neueste Nachrichten (29.4.1927)

Kurze Stadtnachrichten

Fabrikant Josef Ungerer ist, wie schon kurz gemeldet, im 65. Lebensjahr gestorben. Er war ein geborener Münchner, seine Eltern schon hatten eine Maschinenfabrik und Eisengießerei an der Dachauerstraße, an der später, in den siebziger Jahren bereits, die vierstöckigen Ungerer-Häuser entstanden, als erste großstädtische Bauten in der damals noch halb ländlichen Gegend, in der auch der »Schimmelwirt« mit seinem Taubenschlag und seinem Einstellhof für Fuhrwerke sich befand. Die in den rückwärtigen Höfen der Ungererhäuser noch betriebene Eisengießerei wurde mit dem Wachstum der Stadt nach Sendling verlegt. Die Brüder Josef Ungerers, Karl und Eugen, hatten eine Maschinenfabrik in Birkenleiten und ein Sägewerk in Thalkirchen. Josef Ungerer, der die Ingenieurwissenschaft studiert hatte, widmete sich mit voller Hingebung seinem Betriebe, der unter seiner Leitung an Ausdehnung noch bedeutend gewann. Der stille und bescheidene Mann war bis in die letzte Zeit in der Fabrik tätig, bis ein Herzleiden ihn zwang, im bayerischen Hochland Erholung zu suchen. Josef Ungerer war Junggeselle geblieben; die Firma J. Ungerer, Maschinenfabrik und Eisenkonstruktionswerk, wird von seinen Neffen Eugen und Fritz unverändert fortgeführt.

Münchner Neueste Nachrichten Nr. 116. Freitag, den 29. April 1927.

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Karl Ungerer

† 7.7.1905 (München), 51 Jahre alt
Maschinenfabrikant

Generalanzeiger (10.7.1905)

Münchener Tagesneuigkeiten.

München, 8. Juli.
Karl Ungerer †. Im vollen kräftigen Mannesalter wurde uns, wie wir schon kurz gemeldet, ein Mitbürger entrissen, den halb München kannte und schätzte, Herr Maschinenfabrikant Karl Ungerer. Sein klarer Blick für die Angelegenheiten des öffentlichen Lebens, seine ungebrochene, nimmer rastende Schaffenskraft haben ihm Anerkennung und Wohlstand gebracht. Karl Ungerer war der Sohn eines Eisengießereibesitzers, der zu einer Zeit, als das eigentliche München am Bahnhof aufhörte, Stadt zu sein, an der Dachauerstraße seinen Betrieb hatte. Damals rauchte dort noch der Hochofen und in seinem glühenden Rachen wurde alltäglich Eisen geschmolzen. Als erste moderne Neubauten entstanden dann Mitte der 70er Jahre an der heutigen Straßenlinie der Dachauerstraße die Ungerer-Häuser, noch vom Vater gebaut, denen später der nun verstorbene Karl Ungerer, der mit seinen älteren Brüdern Anton und August das väterliche Geschäft übernommen hatte, das Restaurant Ungerer hinzufügte. Mit der zunehmenden Entwicklung der Stadt war auch in der Dachauerstraße für die Gießerei und Maschinenfabrik nicht mehr der richtige Platz. Diese und die Manhartsche Werkzeug- und Maschinenfabrik an der Amalienstraße, die ebenfalls in den Besitz der Familie Ungerer übergegangen war, wurde nach Giesing verlegt, wo die drei genannten Brüder sie fortführten. Später erfolgte die Umwandlung des Etablissements in die Maschinenbaugesellschaft München A.-G., die heute noch fortbesteht.
Karl Ungerer zog sich nach der Verwandlung des vom Vater ererbten Betriebes in eine Aktiengesellschaft keineswegs ins Privatleben zurück, er betätigte sich da und dort als Unternehmer, nicht immer mit vollem Glück, aber stets mit ehrlichem Wollen und in ehrlicher Absicht. Es war fast zu viel, was er seiner Tätigkeit zumutete. Nach dem Tode des Buchdruckereibesitzers Mühlthaler nahm er sich auch dieses Etablissements an, das zu einer Aktiengesellschaft wurde, die unter Mithilfe Ungerers zu bedeutender Entwicklung gedieh. In den letzten Jahren hat Karl Ungerer noch prächtige Häuser an der Briennerstraße gebaut, die mit zu den vornehmsten in ganz München gehören und ebenso in der Richard-Wagner-Straße mehrere stilvolle Neubauten ausführen lassen. Im Jahre 1884 wurde er in das Gemeindekollegium gewählt, dem er bis Dezember 1894 angehörte. Er vertrat dort seine Ideen mit Energie und wußte bei seinem regen Interesse und Verständnis für wirtschaftliche Fragen eine sehr ersprießliche Tätigkeit zu entfalten. Sehr redegewandt, betätigte er sich auch erfolgreich in verschiedenen nützlichen Vereinen, so im Grund- und Hausbesitzer-Verein, der ihn erst in letzterer Zeit zu seinem Vorstand wählen wollte. Von ihm war auch die Anregung zur Gründung der Münchner Karnevalsgesellschaft ausgegangen, die lange floriert hatte. Ungerer war dabei von dem höheren Gesichtspunkt ausgegangen, durch eine künstlerische Ausgestaltung des Münchner Karnevals auch den Fremdenzufluß zu vermehren. Und in der Tat hat seine auf fruchtbaren Boden gefallene Anregung großen Nutzen gebracht. Karl Ungerer war sehr bekannt, überall gern gesehen und wegen seines geraden, offenen, konzilianten Wesens beliebt. Er war auch ein eifriger Verfechter und Anhänger der liberalen Sache. Sein Tod wird von vielen betrauert werden. Fünf Töchter weinen dem treu besorgten Vater nach, von sechs Brüdern sind ihm fünf schon im Tode vorausgegangen, nur einer, Joseph Ungerer, der Besitzer einer Maschinenfabrik und Eisenkonstruktionswerkstätte, ist aus dem tätigen und fleißigen Mannesgeschlecht übrig geblieben. Karl Ungerer war seit einigen Wochen ans Krankenlager gefesselt; ein schleichendes Leiden, eine Arterienverstopfung, machte seinem Leben ein Ende, an das sein starker Geist nicht glauben wollte. Erst wenige Stunden vor seinem Scheiden kam er zur Erkenntnis des Unabänderlichen. Ein erst 52jähriger hätte er noch so vieles tun wollen, aber der große Unerbittliche setzte seiner Schaffensfreude ein Ziel.

Generalanzeiger Nr. 317. Gratis-Beilage der Münchner Neuesten Nachrichten. Montag, den 10. Juli 1905.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


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