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Dem edlen Menschenfreund
Hier ruht
Max Lauterer
Privatier
Geb. 7. Nov. 1814 zu München,
Gest. 3. Mai 1893 z. Schliersee.
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* 7.11.1814 (München)
† 3.5.1893 (Schliersee)
Privatier, ehemaliger Kaufmann
Schliersee, 6. Mai. (Todesnachricht.) dahier starb vorgestern im Alter von 78 Jahren der Privatier und Hausbesitzer Hr. M. Lauterer. Dem nun Verstorbenen verdankt die Gemeinde Schliersee ihr neues Schulhaus, zu dessen Erbauung der edle Wohlthäter s. Zt. ein Kapital von 80,000 Mk. gegen mäßige Verzinsung der Gemeinde übermacht hatte. Nach seinem Tode nun fällt die Summe der Gemeinde als Erbantheil zu. Wie wir hören, hat Herr Lauterer weiteres einen erheblichen Theil seines Nachlasses seiner Heimathgemeinde München zu Wohlthätigkeitszwecken testamentarisch ausgesetzt. Ehre seinem Andenken!
Rosenheimer Anzeiger No 106. Dienstag, den 9. Mai 1893.
Vorstehendes Bild ist das Porträt des kürzlich in Schliersee im Alter von 83 Jahren verstorbenen Privatiers Max Lauterer von München, welcher seiner Vaterstadt das schöne Vermächtniß von über 200000 Mark für den städtischen Armenfond hinterlassen hat.
Ueber den Lebenslauf des Verstorbenen konnten wir nur dürftige Notizen in Erfahrung bringen. Angehörige des Herrn Lauterer sind nicht hier und scheint derselbe sehr abgeschlossen von der Gesellschaft gelebt zu haben, da selbst in dem Hause Hildegardstraße 4, wo er sein Münchener Domizil hatte, Niemand Näheres über den alten Herrn weiß. Herr Lauterer scheint sich keinen Beruf erwählt zu haben. Er studirte und lebte, als er die Universität verließ, als Garcon in einer bescheidenen Wohnung. Später heirathete er eine Opernsängerin, doch ist die Frau schon seit vielen Jahren ihm im Tode vorausgegangen. Lauterer zog sich nun ganz zurück. Eine Haushälterin führte ihm die Wirthschaft und folgte ihm auch in seinen zeitweiligen Aufenthaltsort nach Schliersee. Er hatte die eigenthümliche Gewohnheit, sein ganzes, gegen 500000 Mark betragendes Vermögen in Werthpapieren immer mit sich in einer Ledertasche zu tragen und war ein sparsamer, anspruchsloser Mann. Als er starb, fand man in seinem Testamente die Stadt München, bezw. den Armenfond, zur Erbin der Hälfte seines Nachlasses eingesetzt, die andere Hälfte hinterließ er seiner Haushälterin, einer verheiratheten Frau, so daß diese die Summe von 215000 Mark Nominalwerth der Werthpapiere, die aber viel höher im Kurse stehen, erhielt und außerdem eine jährliche Nutznießung bis an ihr Lebensende von 1800 Mark aus den Zinsen des dem Armenfond vermachten Kapitals. Die Haushälterein ist also wohl versorgt und der Armenfonds der Stadt München dankt dem Wohlthäter für das reiche Vermächtniß. Friede seiner Asche!
Neues Münchener Tagblatt Nr. 152 & 153. Samstag, den 3. und Sonntag, den 4. Juni 1893.